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Well-Aging

Mit Haut & Haaren in die Wechseljahre

Wechseljahre. Zugegeben ein komplexes und immer noch sensibles Thema. Warum wir hier darüber schreiben wollen? Weil diese Phase der Veränderung im Leben einer Frau auch Haut und Haare betrifft.

„Du kommst jetzt in das Alter.“ Im Verlaufe eines Lebens hören wir diesen Satz durchaus öfters, ruft jedoch völlig unterschiedliche Reaktionen und Gefühle hervor. Als Teenager in der Pubertät z.B. steigt die Vorfreude. Vorfreude, was auf einen zukommt, welche neugewonnen Rechte man bekommt und was man nun alles darf. Für Menschen ab 40 und Frauen kurz vor oder bereits in den Wechseljahren klingt die Reaktion in vielen Fällen eher nach „Oh nein, ich bin alt.“  

Dabei muss alt sein doch gar nicht negativ sein. Und um den Frauen den Schrecken vor diesem „alt“ zu nehmen, möchten wir gerne die Filmlegende Audrey Hepburn zitieren:

Die Schönheit einer Frau liegt nicht in ihrer Kleidung, die sie trägt, nicht in ihrem Make-up oder ihrer Art, wie sie ihre Haare legen kann. Die wahre Schönheit in einer Frau spiegelt sich in ihrer Seele wider. Die Schönheit einer Frau wächst mit den Jahren.
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Filmlegende Audrey Hepburn

Positiver kann nicht in die Zukunft und in einen neuen Lebensabschnitt geblickt werden, oder?

Ein neuer Lebensabschnitt 

Die Wechseljahre (Klimakterium) sind zwar keine Krankheit, sondern stehen für den Eintritt in eine neue Lebensphase, dennoch sorgen sie bei vielen Frauen für teils erhebliche körperliche und auch psychische Probleme. Zu den bekannten Wechseljahresbeschwerden gehören: 

  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen / Depressionen
  • Libidoverlust
  • Gewichtszunahme
  • Abnahme der Knochendichte
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schilddrüsenprobleme

Verantwortlich für all das sind die Hormone. Abgeleitet aus dem griechischen: Hormon - in Bewegung setzen, antreiben, anregen. Sie sind die Botenstoffe, die im menschlichen Organismus gebildet werden, um den körpereigenen Stoffwechsel, den Kreislauf und den Salz- und Wasserhaushalt zu steuern und zu regeln. Kurzum: Hormone sind die Botenstoffe des Lebens. Nahezu alle Organe reagieren durch ihre Rezeptoren auf Hormone, bzw. auch auf Veränderungen, die mit der Konzentration von Hormonen zu tun haben.

Die Wechseljahre werden aus medizinischer Sicht in 3 Zeiträume / Phasen eingeteilt:

Perimenopause

Die Vorstufe zur Menopause und zeichnet den Beginn der Wechseljahre. Die Hormonproduktion wird langsam heruntergefahren und die Menstruationszyklen verlaufen ungleichmäßiger. Im Durchschnitt beginnt die Perimenopause ab einem Alter Mitte bis Ende der 40er Jahre. Sie kann zwischen 3 und 7 Jahren andauern. Dies ist aber durchaus von Frau zu Frau unterschiedlich.

Menopause

Als Menopause wird die letzte Menstruation bezeichnet. Die Eierstöcke produzieren keine Eizellen mehr und die Frau kann nicht mehr schwanger werden. Für die Bestätigung der Menopause muss die Periode über 12 Monate ausgeblieben sein. Die meisten Frauen erleben ihre Menopause im Alter von 51-52 Jahren. 

Postmenopause 

12 Monate nach der letzten Regelblutung beginnt mit der Postmenopause die letzte Phase der Wechseljahre. Für manche Frauen lassen verschiedene durch die Wechseljahre bedingten Beschwerden nach bzw. sind nicht mehr so stark ausgeprägt und lassen nach.

Hauptrolle im Zusammenhang mit den Wechseljahren spielen die Östrogene, die weiblichen Sexualhormone. Bedingt durch einen Abfall der Östrogenkonzentration oder des Östrogenspiegels kommt es in den Wechseljahren zu einer veränderten Kommunikation zwischen Hormonen und Zellen, auf die sich Körper und Organe erst einstellen müssen. Auch kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Östrogenen und Androgenen (z.B. Testosteron), also zwischen den weiblichen und männlichen Hormonen, denn Frauen produzieren auch Androgene. Es beginnt eine Zeit, die etwas turbulent für Körper und Geist sein kann. Es beginnt quasi eine Art zweite Pubertät. 

Die Wechseljahre stehen für Veränderung. Dass diese Veränderungen nicht gleichmäßig oder regelmäßig vonstattengehen, sondern eher in dauernden Aufs und Abs, Hochs und Tiefs, macht es nicht einfacher. Konstant in den Zeiten der Menopause ist eigentlich nur, dass nichts konstant, nichts gleichbleibend ist. 

Das klingt alles deprimierend für Sie? Muss es nicht, denn auch diese schwierige Phase geht wieder vorbei. Und in der Tat ist es so, dass viele Frauen lediglich wenige milde Symptome wahrnehmen, manche sogar gar keine. Altern gehört zum Leben und ist die natürlichste Sache der Welt. Entscheidend ist die Haltung, die wir dazu einnehmen.  Es gibt auch gute Gründe mehr als positiv in die Zukunft zu blicken. Viele Frauen berichten, dass ihre Lebensqualität gestiegen ist. Sie sind zufriedener, manche sogar befreiter und vor allem ist auch das Selbstbewusstsein wieder mitten im Leben. 

Nicht der Startpunkt für Hautalterung 

Viele der genannten Beschwerden sind nicht sichtbar. Die Hormonumstellung hat für einige Frauen aber durchaus direkt ersichtliche Auswirkungen. Womit wir bei Haut & Haaren sind. Um nochmal die Angst vor dem Alter aufzunehmen: Die Wechseljahre sind viel, aber nicht der Startpunkt für sichtbare Hautalterung. Unsere Haut zeigt ungefähr ab dem Alter von 25 Jahren schon erste Zeichen der Alterung und man muss mit ersten sichtbaren Veränderungen rechnen. Allerdings: Die Alterung beginnt eigentlich schon vor der Geburt. Und alles, was wir unserer Haut bereits in der Jugend antun, macht sich dann später bemerkbar. Haben Sie damals ans alt werden gedacht? Kaum, oder?

Die Gründe für die Alterung sind vielfältig, und Ausmaß und Verlauf sehr individuell. Verschont wird aber niemand. Los geht es mit kleinen Lachfalten oder Krähenfüßen, meist am äußeren Rand der Augen. Unsere Mimik formt erste Linien auf der Stirn.

Was zart und kaum merklich beginnt, prägt sich im Verlauf der Lebensjahre deutlich aus: Die Falten werden tiefer, länger und zahlreicher. Weitere Anzeichen: Haut und Lippen können trocken werden, Altersflecken werden sichtbar und die Nasolabialfalte ist stärker ausgeprägt. 

Der Wechsel wirkt auf die Haut – Verlust ein großes Thema 

Schöne Haut ist für viele Menschen erstrebenswert: gesunde Farbe, möglichst makellos, ohne Falten. Sie ist nicht nur das größte Organ unseres Körpers, sondern auch die Struktur, die direkten Kontakt zur Umwelt hat. Sie hat viele Funktionen, bildet eine Schutzschicht gegen Umwelteinflüsse und wir und andere Personen sehen sie.

Interessante Fakten über Haut

Eigentlich dreht sich hier ja alles um die richtige und die passende Hautpflege. Mit diesem Artikel wollen wir Ihnen gerne ein paar interessante Fakten an die Hand geben, die man nicht wissen muss, aber die vielleicht dennoch beeindrucken oder überraschen.

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In den Wechseljahren verliert die Haut an Volumen und Spannkraft. Die Folge: Die Haut wird schlaffer und verliert an Konturen. Etwa ab 50 mit der Hormonumstellung in den Wechseljahren lassen die Elastizität und Festigkeit deutlich nach. Die Haut kann Feuchtigkeit nicht mehr gut binden und ihre Barriere wird kontinuierlich schwächer. In dieser Phase lässt die Fähigkeit der Haut nach, freie Radikale zu neutralisieren. Dies ist mit Blick auf die Hautalterung von großer Bedeutung. 

Sie trocknet schnell aus und reagiert schnell gereizt und empfindlich. Rötungen können vermehrt aufkommen. Auch die Schwerkraft kann sich bemerkbar machen, und die Haut beginnt zu hängen. Cellulite kann nun sichtbar werden. Neben der sichtbaren Haut sind auch die Schleimhäute in Mund, Nase und Intimbereich von den Veränderungen betroffen.

Was passiert genau? Betrachten wir die natürlichen Veränderungen in den drei verschiedenen Hautschichten: Epidermis, Dermis und Subcutis. 

  • Epidermis 
    Die Hautbarriere Funktion nimmt ab, der Zellstoffwechsel verlangsamt sich und die Produktion von Lipiden und Ceramiden geht zurück. Die Epidermis nimmt an Dicke ab und das Stratum corneum bindet weniger Wasser. Die Haut wird trockener und rauer. Weitere Folgen sind eine ungleichmäßigere Pigmentierung, einen geringeren Schutz vor UV-Strahlen, zunehmende Anfälligkeit für Infektionen und schlechtere Wundheilung. 
  • Dermis
    Die Alterung schwächt die elastischen Fasern und Kollagene. Insgesamt werden die Mengen an Kollagen und Elastin in der Haut reduziert. In den ersten 5 Jahren nach der Menopause kann es zu einer Reduzierung von bis zu 30% kommen. Auch werden die Quervernetzungen unregelmäßiger.  Die Grenzfläche zur Oberhaut flacht ab. Die Dermis fängt an zu verkümmern. Somit verliert die Haut noch einen Teil ihrer Stabilität und Spannkraft. Auch die Wasserhaltekapazität lässt nach. 
  • Subcutis 
    Anzahl und Größe der Fettzellen gehen zurück und verstärken den Volumenverlust. Alle sichtbaren Erscheinungen der Hautalterung werden verstärkt.

Bei den Haaren kann es lichte werden 

Die Beziehung mit unseren Haaren ist ein ständiges Kommen und Gehen. Während man durch den ganz natürlichen Haarausfall ca. 70 bis 100 Haare am Tag verliert, befinden sich etwa 85 - 90 % aller vorhandenen Haare eines Menschen in der Wachstumsphase. Fürs Aussehen ist diese Anzahl ausgefallener Haare völlig unbedeutsam, weil es schlicht nicht zu erkennen ist. Der Haarschaft, der sichtbare Teil des Haares, lässt uns weiter gutaussehen. 

Wissenschaftlich betrachtet gehören Haare zum Flächenorgan Haut. Biologen benutzen dafür den etwas sperrigen Begriff „Hautanhangsgebilde“ (Adnexa). Die Nägel unserer Finger und Zehen zählen übrigens auch noch dazu. Sie ahnen es. Auch der Zustand der Haare kann sich während der Wechseljahre verändern. Sie dünnen aus, ändern evtl. die Farbe und werden oftmals empfindlicher. 

Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) haben mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Haarausfall kann dazugehören. Fachliche Bezeichnung: Androgenetische Alopezie (Hormonell erblich bedingt). Durch starke hormonelle Veränderungen, der Östrogenspiegel nimmt ab und männliche Hormone bauen sich verstärkt auf, werden Haare dünner und fallen aus. Dies passiert, weil sich der Haarzyklus ändert, die Wachstumsphase verkürzt und die Haare auch langsamer wachsen. Für betroffene Frauen eine zusätzliche psychische Belastung. Dass sich das Haar wieder „auffüllt“ ist nicht zu erwarten. 

Die Macht der Östrogene 

Auch in der Schwangerschaft verändert sich der Zustand der Haare, bzw. das Wachstum. Aufgrund des steigenden Östrogenspiegels gelangen mehr Haare in die Wachstumsphase als üblich. Das Haar ist voller als gewohnt. Allerdings kehrt sich das nach der Geburt wieder um, und das kurzzeitig vollere Haar dünnt sich wieder aus. Hierbei ist der Haarausfall in den meisten Fällen wirklich nur temporär zu beobachten. Vergleichbar sieht es auch nach dem Absetzen der Pille aus. Auch hier verändert sich die Anzahl der Haare.

Stressfaktoren für die Haare

Manchmal ist es aber auch wie verhext. Man tut alles für sein Aussehen, hat seinen eigenen Haarstyle vor Augen, weiß im Umkehrschluss aber sofort, dass man seinen Haaren genau damit viel zumutet.

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Ein weiteres Mosaiksteinchen bei Haarproblemen: Keratine. Diese Proteine, für die besonderen und außerordentlichen Eigenschaften der Haare verantwortlich, werden durch die bekannten Stressfaktoren beeinträchtigt und teilweise geschädigt. Dies hat zur Folge, dass Haare, ihre Reißfestigkeit verlieren, ihre Spannkraft und ihren Glanz. Auch Spliss gehört dazu.

Hier gibt es begleitend die passenden Produkte, die die Haare pflegen und nach den Anwendungen unterstützen. Und das sowohl innen als auch außen. Während einige Pflegesubstanzen (z. B. kationische Tenside und Polymere, Proteine, kosmetische Öle) vor äußeren Haarschäden schützen können und ihre Wirkung eher an der Haaroberfläche und der Schuppenschicht der Cuticula entfalten, werden in Shampoos und Spülungen auch häufig sogenannte Mikroproteine eingesetzt. Diese Mikroproteine dringen ins Haar ein und stärken es von innen.

Pflege in vielen Bereichen 

Um den unerwünschten Auswirkungen entgegenzuwirken ist ausgewogene Pflege wichtig. Sorgen Sie mit einem passenden Mix aus Pflege, Bewegung und Ernährung für sich. Die richtige Nährstoffversorgung von Haut & Haaren und die Aufrechterhaltung des natürlichen pH-Wertes (5,5) der Haut sind entscheidend. 

Es kann übrigens gut sein, dass aufgrund der veränderten Konstitution Ihre bisherigen und vielleicht heiß geliebten Pflegeprodukte nicht mehr funktionieren, bzw. diese nicht mehr passen. Ein Wechsel bietet sich bei geänderten Anforderungen an und ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll. 

Mit Blick auf die „neue“ Empfindlichkeit der Haare, sollten Sie bei der Verwendung von Stylinggeräten wie Glätteisen, Trockenhaube, Lockenstab, Fön, Kamm und Bürste noch sensibler sein, um den sogenannten Haarstress so gering wie möglich zu halten. Die Pflege der Haarwurzeln ist extrem wichtig. 

Denken Sie positiv

Beim Umgang mit Ihrer Haut und der Anwendungen von Peelings sei ans Herz gelegt, eher milde und sanfte Peelings zu verwenden, um die Hautoberfläche nicht zu sehr zu beanspruchen. Weitere Hautirritationen sollten vermieden werden. Wie so oft – es gibt nicht ein Allheilmittel - hören Sie auf Ihre Haut und was ihr gut tut. 

Und ganz wichtig: Denken Sie positiv, unterstützen Sie ihre Psyche und versuchen Sie Stress zu vermeiden. Stress führt schnell in einen Teufelskreis und sorgt für weitere (Haut-& Haar)Probleme. Die Wechseljahre bringen ganz bestimmt viele Nachteile mit sich, aber unterkriegen lassen? Auf gar keinen Fall.

Alt werden muss keine Angst machen, sondern Freude auf dass was kommt. Denken Sie an den Anfang, an die Gedanken in der Pubertät. Spannend wird es ganz bestimmt, denn enden wollen wir mit Astrid Lindgren: „Es steht ja wohl nicht in den zehn Geboten, dass alte Weiber nicht in Bäume klettern dürfen?“