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Sonnenlicht

Kein Leben ohne Sonnenlicht

Glühend heiß, tödlich strahlend und alles verschlingend, was in ihren Anziehungsbereich gelangt. Trotzdem gilt ihr Licht als Quelle des Lebens auf der Erde. Wie geht das zusammen?

Die Sonne ist ein riesiger Kernreaktor im Zentrum unseres Sonnensystems. In einem Milliarden Jahre währenden Prozess wird Wasserstoff in Helium umgewandelt – bei unvorstellbaren 15 Millionen Grad Celsius im Inneren der Sonne. Dabei wird eine gigantische Menge an Energie frei. Sie strömt als Strahlung von der Oberfläche ins All, wärmt unseren Planeten und setzt viele chemische und physikalische Prozesse in Gang. 

Ohne das Sonnenlicht sähe es für die Erde zappenduster aus – im wahrsten Sinne des Wortes. Pflanzen, Tiere und Menschen gäbe es nicht, und auch sonst keine Form von Leben. Wir hätten auch keine fossilen Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas, um Energie zu erzeugen. Die Sonne hält den Motor für den Wasserkreislauf in Gang: Verdunstung → Wolkenbildung → Niederschlag. Und sie prägt das Wetter auf der Erde, indem sie die Erdoberfläche unterschiedlich stark erhitzt. Wind- und Wasserkraftwerke? Solaranlagen? Ohne Sonne Fehlanzeige.

Licht: heller als eine Million Glühbirnen

Ohne das Sonnenlicht wäre es auf der Erde vollkommen dunkel. Unser Tageslicht verdanken wir der Tatsache, dass jeder Quadratmeter auf der Sonne heller leuchtet als eine Million Glühbirnen und das auf die Erde treffende Sonnenlicht in der Erdatmosphäre gestreut wird. Auf romantische Vollmondnächte müssten wir auch verzichten. Unseren Erdbegleiter würden wir nicht zu Gesicht bekommen, da er nicht selbst leuchtet, sondern nur die Strahlen der Sonne reflektiert. Ohne die Sonne gäbe es keinerlei Vegetation auf der Erde, denn jede Pflanze benötigt Licht zum Leben und Wachsen. Es versetzt sie sogar in die Lage, mittels Photosynthese Sauerstoff zu erzeugen, den Menschen und Tiere zum Atmen brauchen. 

Wärme: nicht zu viel und nicht zu wenig 

Die Position der Erde im Planetensystem ist optimal für die Entwicklung von Leben. Sie hat genau den richtigen Abstand zur Sonne. Sie ist gerade weit genug entfernt, um nicht zu verbrennen. Und es kommt genau so viel Wärme an, wie Menschen, Tiere und Pflanzen zum Leben brauchen. Wenn die Sonne verlöschen würde, wäre schon nach wenigen Wochen auf weiten Teilen der Erdoberfläche kein Leben mehr möglich. Wasser und Luft würden zu Eispanzern erstarren. 

Die Sonne erhält alles Leben auf der Erde, sie leuchtet uns, erwärmt den Boden, die Meere, die Atmosphäre, sie steuert das Klima, sie bringt Trockenperioden und Eiszeiten, sie treibt den Wind, der über die Erde weht und unser Wetter bestimmt. Ihre Stürme stören Radioverbindungen, verursachen elektrische Entladungen und markieren sogar die Baumringe mit Radioaktivität.
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Herbert Friedman

Die Sonne, 1997
Sonne, der glühende Planet am Himmel. Für uns auf der Erde ist er eine Quelle des Lebens.
Sonne, der glühende Planet am Himmel. Für uns auf der Erde ist er eine Quelle des Lebens.

Selbst in der Antarktis, am kältesten Ort unseres Planeten, fällt die Temperatur nur selten unter minus 50°C. Ohne die Strahlung der Sonne läge die Temperatur überall nahe dem absoluten Nullpunkt von minus 273°C. Leben wäre wohl nie entstanden und könnte auch nicht weiter existieren. 

Regen: ein ewiger Kreislauf 

Irgendwo auf der Welt regnet es immer. Der Ort mit dem höchsten Niederschlag der Erde liegt übrigens auf Hawaii: Am Mount Wai'ale'ale auf der Insel Kauai regnet es durchschnittlich 335 Tage im Jahr, und es fallen 12.000 Millimeter pro Quadratmeter! 

Flüsse und Regen transportieren ständig neues Wasser ins Meer. Warum laufen die Meere eigentlich nicht irgendwann über? Sie ahnen es, die Sonne ist verantwortlich. Alles Wasser der Erde befindet sich in einem Kreislauf. Die warmen Strahlen der Sonne lassen das Wasser von der Erdoberfläche verdunsten, also auch von den Meeren. Deshalb bleibt der Meeresspiegel immer gleich. Das verdunstete Wasser steigt nach oben, bis es auf kältere Luft trifft. Dort schlagen sich die feinen Tröpfchen an Staubteilchen nieder und bilden Wolken. 

Wird die Wolke zu schwer oder stößt sie gegen einen Berg, fällt das Wasser als Niederschlag auf die Erde. Meere, Flüsse und Seen werden wieder aufgefüllt. Das Wasser, das auf den Boden fällt, sickert ins Grundwasser und gelangt dann wieder in die Flüsse – oder verdunstet von Gebäuden, Straßen und allen versiegelten Flächen und wird wieder Teil des Wasserkreislaufes. 

Wind: Luftstrom in Bewegung 

Tatsächlich gibt es auch den Wind nur deshalb, weil die Sonne wirkt. Sie erwärmt die Erde nämlich nicht gleichmäßig. Manche Luftschichten erwärmen sich schneller als andere, und es entstehen deutliche Temperaturunterschiede zwischen den Luftschichten. 

Die warmen Luftschichten wirken wie ein Magnet und ziehen die kalte Luft an. Ein Luftstrom entsteht, und je nach Stärke empfinden wir diesen Strom als leichte Brise, frischen Wind oder gefährlichen Sturm. Am Meer weht der Wind ständig, mal mehr oder weniger stark. Auch das bewirkt die Sonne: Scheint sie, wärmt sich die Luft über dem Land schneller auf als über dem Meer. Die wärmere Luft dehnt sich aus und steigt nach oben. Am Boden gibt es nun mehr Platz, und die kalte Luft strömt in den frei gewordenen Raum. Diese Luftbewegung nehmen wir als Wind wahr. 

Übrigens: Das Festland kühlt in der Nacht schneller ab als das Meer. Deshalb dreht sich nachts der Wind und weht auf das Meer hinaus.

Jacob Beautemps von Breaking Lab hat sich mit Unterstützung der BASF einmal genauer angeschaut, wo die immense Kraft der Sonne eigentlich herkommt. Schauen Sie rein, es ist gewaltig.