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Haut & Hauttypen

UV-Strahlen: Fluch und Segen zugleich

Schön und gesund bräunen, ohne dass die Haut Schaden nimmt, ist gar nicht so einfach. Der Sonnenbrand entsteht schleichend, und wenn wir seine schmerzhaften Folgen spüren, ist es längst zu spät.

Auch wenn viele Menschen sich wünschen, besonders nach dem Urlaub mit einer „schönen“ Bräune am Körper in ihren Alltag zurückzukehren, so weisen Experten und Dermatologen darauf hin, dass es keine gesunde Bräune gibt. Im Umkehrschluss: Bräune ist bereits ein offensichtliches Anzeichen einer Hautschädigung.

Zudem reagieren Menschen ganz unterschiedlich sensibel auf das UV-Licht der Sonne; eine wichtige Rolle spielt der individuelle Hauttyp. Der Hauttyp bestimmt, wie viel UV-Strahlung ein Mensch verträgt. Das liegt an der Menge und Art des Melanins, das in den Hautzellen gebildet wird. Dieser Hautfarbstoff wirkt hervorragend als natürlicher Lichtschutz. Die Bildung wird durch die UV-Strahlung angeregt. 

Die Höhe des Melanin-Anteil in den Hautzellen ist genetisch bedingt. Die Stärke der UV-Strahlung ist in den verschiedenen Regionen der Erde sehr unterschiedlich, und die Haut der Menschen hat sich im Laufe der Evolution an die herrschenden Verhältnisse angepasst. Deshalb haben Menschen, die am Äquator leben (und überleben müssen), deutlich mehr Melanin als „Nordlichter“, die in sonnenreichen Sommermonaten stark gefährdet sind.

Aurora borealis, das Polarlicht. Wunderschöne Lichtstimmung in Island.
Aurora borealis, das Polarlicht. Wunderschöne Lichtstimmung in Island.

Die Sonne strahlt vom Himmel, jeder kann sie spüren und sehen. Manche von uns müssen niesen, wenn sie direkt in die Sonne blicken. Wir reagieren auf etwas, das wir wahrnehmen. Sei es durch das helle Licht, oder durch die Wärme, beides gesendet von der Sonne. 

Warum manche Menschen niesen müssen, wenn sie in die Sonne treten, ist übrigens gar nicht so genau zu beantworten. 20-25% der Menschen sind vom sogenannten photischen Niesreflex betroffen. Die Gründe und Ursachen sind aber bislang nicht gänzlich erforscht. Man geht aber sehr wohl davon aus, dass das Sonnenniesen vererbbar ist.

Elektromagnetische Strahlung im optischen Bereich (Angaben in Nanometer)

Ultraviolett
UVC: 290 nm > 
UVB: 320 - 290 nm 
UVA: 400 - 320 nm 

Sichtbare Strahlung (Licht oder VIS, visuelle Strahlung) 
400 - 780

Infrarot
IR-A: 780 - 1400 
IR-B: 1400 - 3000 
IR-C: 3000 - 10000

Worauf wir aber beim Thema Sonnenschutz ganz besonders achten müssen, kann kein Mensch sehen und keiner kann es fühlen. UV-Strahlen, Teil der sogenannten optischen Strahlen (Ultraviolett - Sichtbares Licht - Infrarot) sind schlicht nicht wahrnehmbar. Ausnahme bilden ein paar wenige Tierarten, denen es gegeben ist, UV-Strahlen, besonders UVA, zu sehen. 

Die Auswirkungen auf Haut und Augen sind jedoch sehr wohl wahrnehmbar für den Menschen. Angefangen von der leichten Hautrötung, über den Sonnenbrand bis hin zu vorzeitiger Hautalterung und der möglichen Entstehung von Hautkrebs haben wir ausreichend Gründe, uns ausgiebig und umfassend vor den UV-Strahlen zu schützen.

Das erste Schutzschild, welches dafür Sorge trägt, dass nicht alle Strahlen der Sonne auf die Erde, bzw. die Erdoberfläche gelangen, ist die Erdatmosphäre im Zusammenspiel mit der Ozonschicht. Denn dieser natürliche Filter hindert besonders die kurzwellige Strahlung unter 290 nm, vornehmlich UVC und den kurzwelligen Teil der UVB-Strahlung, am Eintritt in unseren Lebensbereich. 

Die verbleibende Strahlung findet in unserer Haut und in den Augen ihre Empfangsorgane. Die UVB-Strahlung, die hier noch ankommt, macht etwa 5% der gesamten UV-Strahlung aus. Die anderen 95% werden dem längerwelligen UVA-Bereich zugeordnet. Menge und Stärke der solaren Strahlung, die letztlich den Weg zu uns Menschen findet, variiert und ist von einigen Faktoren und äußeren Einflüssen abhängig. Zu nennen sind hier besonders: Ozonkonzentration, Grad der Bewölkung am Himmel, Tages- und Jahreszeit, geografische Breite und Höhe über dem Meeresspiegel. Alles Kriterien, die die Stärke beeinflussen können. Aus diesem Grund sind die Werte im weltweiten UV-Index als Orientierungswerte zu verstehen, der mögliche Schwankungen nicht berücksichtigt.

Was passiert, wenn wir ohne Schutz auf UV-Strahlung treffen, oder besser formuliert, wenn UV-Strahlung auf unsere ungeschützte Haut trifft? Ein kleiner Teil der Strahlung wird direkt an der Hautoberfläche reflektiert. Der größere Teil wiederum bahnt sich seinen Weg und geht förmlich unter die Haut. Dabei macht die jeweilige Wellenlänge den Unterschied in der Eindringtiefe aus. UVB-Strahlung findet ihren Platz eher in der Oberhaut, während die UVA-Strahlen tiefer in Haut und Gewebe eindringen können. Verbunden damit: Chemische Reaktionen und biologische Prozesse, die für unser Leben elementare Bedeutung haben, aber auch Gefahren in sich bergen.

Weiterführende Infos

Wer sich näher mit diesem Thema befassen möchte, ist beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bestens aufgehoben. Alles rund um das Thema UV-Strahlung.

Zum BfS